Seh ich an jene Wand, ahn' ich den Mensch dahinter; zumindest ist es so, eh die Zeit knapper und knapper zu werden scheint und die Blicke flüchtiger. Wir sollten uns mehr Zeit nehmen für Dinge, die uns wichtig sind.
Deshalb folgt nun die erste Stimme eines Duettes, entstanden auf einer Reise nach Prag, zu der ich kürzlich mit Freunden aufbrach. Ich schätze, der die Stadt an jenem Wochenende beherrschende Nebel hat sich trübend, doch auch fokussierend, auf sie gelegt:
Vom Zustand der Fassaden
Sie holt uns nicht mehr ein, nie mehr.
Erstarrt zum bloßen Blickfang steten Knopfgewitters, langsam ergrauend vom Abrieb anhaltenden Verkehrs, den sie trägt, engt sie uns ein, scheinbar; nein, gibt uns längst vergessenen, entbehrten Rahmen, oberflächlich gleichwohl, jederzeit wahllos auffüllbar, so leer, so hohl geworden.
Bisweilen zerbrochen; hier und da ersetzt einen Zahn im Kiefer der Stadtgeschichte betoniertes, gläsernes Amalgam, von Lichtplatten überzogen scheint es stolz seine historische Unzulänglichkeit über den alten verkommend-natürlichen, abgasigen Glanz seiner Stiefbrüder zu werfen gleich einem unheilvollen Spiegel.
Denn auch sie sind schon hohl, Hülle, Relief allein, allein von Konsum noch am Leben erhaltene, betäubte Wurzel, solange die Taschen noch gefüllt werden können aus diesem Nichts. Wie paradox.
Die letzten Gesunden, in Seitengassen versteckt wie die großen Weisen noch undurchbrochen im Zahnfleisch, wie anachronistisch muten sie an, wenn die Neugier sie gleich einem dumpfen Schmerz ins Bewusstsein rückt, dass es dem stillen Betrachter nach
Smoking und Zylinder
Dreiteiler und Melone
Abendkleid und ausladendem Hut
Drink und Cigarre
Tanzkarten und Taxis
Boas und Parfum
Schönheitsfleck und Schnauzbart
nach ehrerbietenden Obern verlangt, mit denen man nach schicksalsschwerer Nacht, bar-trunken, doch längst schon gut Freund ist wie mit dem Liebchen im Hinterzimmer, deren Liebe flüchtig und anhaltend zugleich ist. Wie paradox.
Traurig, diese schleichende Selbstvergiftung der Fassaden, die sich in Panoramafenstern im Vorübergehen spiegeln, die nicht geschaffen sind für die defizitäre Aufmerksamkeitsspanne des endlosen Stroms, den sie tragen und der sie trägt. Sie finden täglich ungewollt, ungefragt, tausendfach ihr Grab auf Negativen, Speicherkarten, unbetrachtet durch Sucher und Bildschirm und Objektiv und Brillenglas und Linse, ungeschätzt, vergessen, bis jemand gleich einem Kriminalkommissar den Verdächtigen zu erkennen sucht, wiederverwertet, ausgestellt im Netz.
Kein Herz liegt in dem Blick, der sie noch trifft.
Dienstag, 26. November 2013
Freitag, 15. November 2013
Novembernebel
Es ist schön, auf einer längeren Zugfahrt sein Notizbuch aufzuschlagen, ein unfertiges Sonett vom letzten Februar zu finden und es mit den letzten beiden Versen fertig zu stellen - und wenn es dann noch zu den Umständen passt, es nicht länger warten zu lassen.
Am Ende des Jahres, im Ausklang des goldenen Herbstes, gibt es nichts Schöneres als vom hellgoldenen Morgenlicht durchleuchteter Nebel, der sich über restgrüne Felder und Wiesen und zwischen das letzte bunte Laubwerk der Bäume legt. Hier ist es:
Novembernebel
Vom Boden hebt sich leichter Nebel ab,
Als würde Schnee noch über seinem Ende
Im Glanz des Morgens tanzen, so als fände
Kein Halm, kein Zweig er, den noch nichts umgab.
Wohl spiegelt sich in ihm ein kühles Leuchten,
Das aus der Nacht ins blaue Meer getaucht,
An dessen Rand sich eine Wolke staucht,
Die noch vom Fallen kündet, einem Feuchten,
Das tief im Innersten erstarrt als Kunst,
Als wahres Bild den Weg zum Boden findet.
Fährt nun der Blick hindurch, wird es zu Dunst,
Der bald im fahlen Morgenlicht verschwindet;
Der Herbst erweist uns eine letzte Gunst,
Wie er den Blick an die Erinnrung bindet.
Am Ende des Jahres, im Ausklang des goldenen Herbstes, gibt es nichts Schöneres als vom hellgoldenen Morgenlicht durchleuchteter Nebel, der sich über restgrüne Felder und Wiesen und zwischen das letzte bunte Laubwerk der Bäume legt. Hier ist es:
Novembernebel
Vom Boden hebt sich leichter Nebel ab,
Als würde Schnee noch über seinem Ende
Im Glanz des Morgens tanzen, so als fände
Kein Halm, kein Zweig er, den noch nichts umgab.
Wohl spiegelt sich in ihm ein kühles Leuchten,
Das aus der Nacht ins blaue Meer getaucht,
An dessen Rand sich eine Wolke staucht,
Die noch vom Fallen kündet, einem Feuchten,
Das tief im Innersten erstarrt als Kunst,
Als wahres Bild den Weg zum Boden findet.
Fährt nun der Blick hindurch, wird es zu Dunst,
Der bald im fahlen Morgenlicht verschwindet;
Der Herbst erweist uns eine letzte Gunst,
Wie er den Blick an die Erinnrung bindet.
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Von welken Blättern und Steinen
Es wird Herbst, und ich könnte nun die ganzen ästhetischen Stereotypen aufzählen, das welke Laub, das faule Obst (nichts riecht wunderbarer zu dieser Zeit), die Überreife des Jahres, die sich auf das Gemüt, in die Herzen legt und Wehmut ausschüttet über alle Gedanken und Handlungen, die das ausklingende Jahr (ausklingend, denn bald sind wir wieder vogelfrei, buchstäblich), unbewusst fast, feiern. Aber das wäre doch zu offensichtlich.
Nichts kann dennoch näher liegen, als an die Vergänglichkeit zu erinnern mit einem kleinen Sonett, entstanden und Bezug nehmend auf den vermeintlich ruhigsten Ort in der modernen Siedlungs-Hektik, das Heiligtum modernen Eremitenlebens, Hain der letzten Selbstbesinnung (näher werde ich es nicht benennen):
Von welken Blättern und Steinen
Es irrt mein Blick noch zwischen jenen Steinen,
Die, Buch geworden, Lebensträger sind.
Nichts täuscht mich mehr, nichts kann mir anders scheinen,
Als was in Stein ich eingemauert find.
Dort hebt sich überm Grün gepflegter Wiese
Ein Relief aus weiten Flügeln auf!
Dort senkt sich, unbemerkt nur, klein, kein Riese,
Ins Blütenmeer ein stilles Flüstern auch.
Und neben jenen atemlosen Schemen,
Wo unbewegt ein ewig Friede ruht,
Bin ich kein Gegensatz, der Unrecht tut:
Von diesem Ort lässt sich nichts weiter nehmen,
Als Stille, Ruhe, jener so bequemen,
Wie Sehnsucht schweigt vorm letzten, höchsten Gut.
Freitag, 20. September 2013
SommerBilder IV - Das Ende
Mittlerweile ist es Herbst geworden; was folgt, ist ein kleiner Ausgang aus dem Sommer, aus der Hitze, aus dem Trubel, aus dem Selbst der Welt, aus sich - und zurück zu sich.
Sommerabend
Das Summen jener Grillen dort im Baume,
Das unter buntem Schleier sacht sich biegt,
Vor dem sich jedes Ohr zur Ruhe wiegt:
Es zieht schon über asphaltiertem Traume
Den Sinn ins rötend Blau mit sich hinfort,
Zerteilt ihn bald im Blattwerk jener Klänge,
Wird ungehörtes Echo der Gesänge
Und ist nicht mehr, nicht mehr bei dir, nicht dort,
Vergeht im stillen Flug, im Durst nach Blut,
Das schreiend-stumm die Nacht durchschwebend füllt;
Bis reines Leben, ganz in Schwarz gehüllt,
Von keinem Sinn erfasst, im Atem ruht,
Bis in der Brust dir die Erkenntnis schwillt:
Egal was ist, ist Leben, und ist gut.
Sommerabend
Das Summen jener Grillen dort im Baume,
Das unter buntem Schleier sacht sich biegt,
Vor dem sich jedes Ohr zur Ruhe wiegt:
Es zieht schon über asphaltiertem Traume
Den Sinn ins rötend Blau mit sich hinfort,
Zerteilt ihn bald im Blattwerk jener Klänge,
Wird ungehörtes Echo der Gesänge
Und ist nicht mehr, nicht mehr bei dir, nicht dort,
Vergeht im stillen Flug, im Durst nach Blut,
Das schreiend-stumm die Nacht durchschwebend füllt;
Bis reines Leben, ganz in Schwarz gehüllt,
Von keinem Sinn erfasst, im Atem ruht,
Bis in der Brust dir die Erkenntnis schwillt:
Egal was ist, ist Leben, und ist gut.
Montag, 22. Juli 2013
SommerBilder III - Abendvögel
Der Gesang der Vögel am Abend ist beruhigender, ja melancholischer als am Tage. Denkt man sich noch das hochsommerliche Feuer dazu, das sich der Nacht nähernd zu Glut, zu einem Glimmen verzehrt, zeigt sich eine Art "wohlige Erschöpfung" in der Welt, die sich in der Beobachtung gleichsam von sich selbst distanziert. Es folgt eine Erinnerung an jene uns momentan so häufig geschenkten Abende (nette Perspektive, oder?):
Abendvögel
Die letzten Vögel fallen, schleiergleich, ins Gras
Und ruhn, an jenem welken, wolkenschweren Abend,
Im angefeuchtet Dunst der Dämmerung sich labend,
Die kühl dort zwischen dunklem Grabgestein wie Glas
Bald zu zerbrechen droht, wär nicht das letzte Licht,
Dem heute jene klaren, warmen Strahlen fehlen;
Nur ihr Gesang erhebt sich zwischen jenen Stelen
Und füllt die Luft mit Nacht und deinem Angesicht.
Noch sitzt auf dieser steingefügten Schrift das Lied
Als Vogel; sieh, zurück in erdentwachsne Schatten
Fällt bald das schwache Bild, das schon den Sinnen flieht:
Wo nur der Duft noch Wahrheit spricht und auch versiegt,
Wo Licht und Klang als vager Glaube bald ermatten,
Dort reicht Gefühl für das, was Sinne uns gestatten.
Abendvögel
Die letzten Vögel fallen, schleiergleich, ins Gras
Und ruhn, an jenem welken, wolkenschweren Abend,
Im angefeuchtet Dunst der Dämmerung sich labend,
Die kühl dort zwischen dunklem Grabgestein wie Glas
Bald zu zerbrechen droht, wär nicht das letzte Licht,
Dem heute jene klaren, warmen Strahlen fehlen;
Nur ihr Gesang erhebt sich zwischen jenen Stelen
Und füllt die Luft mit Nacht und deinem Angesicht.
Noch sitzt auf dieser steingefügten Schrift das Lied
Als Vogel; sieh, zurück in erdentwachsne Schatten
Fällt bald das schwache Bild, das schon den Sinnen flieht:
Wo nur der Duft noch Wahrheit spricht und auch versiegt,
Wo Licht und Klang als vager Glaube bald ermatten,
Dort reicht Gefühl für das, was Sinne uns gestatten.
Sonntag, 30. Juni 2013
SommerBilder II - Stiller Zorn
Erst die Sünde, dann die Bestrafung - nicht so für den Sommer: der höllischen Hitze folgt gewitterlicher Zorn, der den ermüdeten Geist in kühlwindiger, regnerischer Absolution wieder mit seiner Umgebung versöhnt. Noch besser, wenn es vollkommen stiller Zorn ist, also Wetterleuchten.
Ein Spaziergang mitten ins Herz des finster aufziehenden Unwetters und ein Notizbuch bieten nun Teil Zwei der SommerBilder, die in Blitz-und-Donner-Manier sich gebärdenden und unbearbeiteten Prosa-Fragmente Stiller Zorn:
Stiller Zorn
Kurz stoppt der Wind --- Wie auch mein herz, das nachlauscht jenem unheilvollen Flüstern, das fern im Stillen endlich ganz verweht...
Dann setzt er wieder an, fährt mir ins Hemd, den losen Stoff zu heben und zu senken...
(... ins Finstere hinein, das aufgeblitzt zerrissen --- als wär aus Glas die Luft, in die das Dunkel blendend schneidet...)
Im Rauschen lauert noch die Stille, die dem Sturm als Nachhut folgt, als Atemholen, wenn ins Aug' dir blickt erbarmungsloses Tosen; sie schluckt den Donnerschlag all jener Blitze dort im Einerlei von Himmelswerk und Boden:
Jene Lichter schrecken chton'sche Gluten, sieh, vertreiben sie vom spröden, aufgeplatzten Asphalt, den im Mittagsfeuer die Kraft verließ ---
Schon rückt das Grollen näher, hör, es kommt!, und stärker wird der Regen, ängstliche Tränen, im Voraus vergossen, eh das Wüten die sonnenträgen Gemüter uns reinigt; heller wird auch das Leuchten, dass öfter wir die Angst in den Augen der Andern erkennen, wenn ins Ungewisse der schwärze-drohenden Wolken sie blicken;
Hör, dort harrt uns ein Heer, das im unsichtbaren Schatten der Mittagshitze sich anschlich, uns leise gefolgt ist, ins Enge des Schlafes und hoffnungsvollen Vertrauens in eigene Heimstatt;
Still, noch bergen die Wolken das scheueste Schrecken --- kurz nur durchtönen die Vögel das Schweigen, ein seltener Ruf in der Lebensdämmerung dieser finsteren Stunde --
Gleichgültig scheint uns das künstliche Licht in den verwaisten Straßen, nichts die Wege zu weisen außer jenen wenigen flüchtigen Seelen, die noch keine Obhut gefunden; kaum aus dem Blick, sind sie uns längst schon verloren.
Torf steigt mir in die Nase, sterbendes Holz, das im Atem vergeht und im nächsten vorübereilenden Luftzug; höhnend flüstert der Sturm uns noch vor immer belebterer Kulisse, wiegt noch in Ruhe die letzten müden Gesichter;
(Ruhend) setze ich mich, um nur noch den Himmel im Auge zu haben und zweifle, ob Nähe bald herrscht zwischen uns und der wütenden Leere, und ob sie von Dauer gewesen.
Ein Spaziergang mitten ins Herz des finster aufziehenden Unwetters und ein Notizbuch bieten nun Teil Zwei der SommerBilder, die in Blitz-und-Donner-Manier sich gebärdenden und unbearbeiteten Prosa-Fragmente Stiller Zorn:
Stiller Zorn
Kurz stoppt der Wind --- Wie auch mein herz, das nachlauscht jenem unheilvollen Flüstern, das fern im Stillen endlich ganz verweht...
Dann setzt er wieder an, fährt mir ins Hemd, den losen Stoff zu heben und zu senken...
(... ins Finstere hinein, das aufgeblitzt zerrissen --- als wär aus Glas die Luft, in die das Dunkel blendend schneidet...)
Im Rauschen lauert noch die Stille, die dem Sturm als Nachhut folgt, als Atemholen, wenn ins Aug' dir blickt erbarmungsloses Tosen; sie schluckt den Donnerschlag all jener Blitze dort im Einerlei von Himmelswerk und Boden:
Jene Lichter schrecken chton'sche Gluten, sieh, vertreiben sie vom spröden, aufgeplatzten Asphalt, den im Mittagsfeuer die Kraft verließ ---
Schon rückt das Grollen näher, hör, es kommt!, und stärker wird der Regen, ängstliche Tränen, im Voraus vergossen, eh das Wüten die sonnenträgen Gemüter uns reinigt; heller wird auch das Leuchten, dass öfter wir die Angst in den Augen der Andern erkennen, wenn ins Ungewisse der schwärze-drohenden Wolken sie blicken;
Hör, dort harrt uns ein Heer, das im unsichtbaren Schatten der Mittagshitze sich anschlich, uns leise gefolgt ist, ins Enge des Schlafes und hoffnungsvollen Vertrauens in eigene Heimstatt;
Still, noch bergen die Wolken das scheueste Schrecken --- kurz nur durchtönen die Vögel das Schweigen, ein seltener Ruf in der Lebensdämmerung dieser finsteren Stunde --
Gleichgültig scheint uns das künstliche Licht in den verwaisten Straßen, nichts die Wege zu weisen außer jenen wenigen flüchtigen Seelen, die noch keine Obhut gefunden; kaum aus dem Blick, sind sie uns längst schon verloren.
Torf steigt mir in die Nase, sterbendes Holz, das im Atem vergeht und im nächsten vorübereilenden Luftzug; höhnend flüstert der Sturm uns noch vor immer belebterer Kulisse, wiegt noch in Ruhe die letzten müden Gesichter;
(Ruhend) setze ich mich, um nur noch den Himmel im Auge zu haben und zweifle, ob Nähe bald herrscht zwischen uns und der wütenden Leere, und ob sie von Dauer gewesen.
Freitag, 28. Juni 2013
SommerBilder I - Helios' geweihte Tage
Dem Sommer, so er in seiner Inkonsistenz sporadisch zu sich findet, sei dieses Jahr ein kleiner Zyklus von Impressionen gewidmet: Fragmente, Strophen, Prosa... welche Form der Umgebung gerade entwachsen - oder entfließen mag.
Den Anfang macht die elegische Betrachtung (mit pentameternder Zäsur) Helios' geweihte Tage (Vorsicht, Genitiv!).
Helios' geweihte Tage
Brodelt es da im feurigen Blau, das unter die Sonne
Frei geworfen sich findet - schlägt es schon trübende Blasen,
Die uns den Äther verdunkeln, das All zwischen Erde und Himmel?
Oder ist es schon Abend, der uns das Schweigen der Sterne
Vorträgt gleich jenen Liedern der Alten?; ist es doch Ruhe,
Stille schon fast, die unter dem sterbend Gewimmel nun aufsteigt!
Sie trägt uns die Hitze nicht mehr schwer um die wässrigen Köpfe,
Brennt nicht in Sehwerk und Lunge, die Abendluft, die gefärbte;
Schatten bringt sie und Ahnung des Nachtwinds, der leicht nur vom Mondlicht
Kühl beladen kündet vom längst vergessenen Schatten:
Er ist der erste Verlust im steten Zenit jeden Sommers,
Allumfassenden Lichtes innerer Feuer und Gluten:
Sorgt für die Kälte nur vor, die Euch lang wird, vergessliche Menschen!
-- In diesen Zeilen jedoch ist für den Winter nicht Platz --
Nur für den blutigen Atem der Sonne, der innere Wüsten
Uns aus dem Geiste beschwört, die alles verstoßende Trägheit
Herrschen zu lassen, da uns das Leben in Strömen entfließet...
Donnerstag, 27. Juni 2013
Traumwandler
Kurz vor dem Schlafen hat man die besten Ideen.... und neue Halogen-Straßenlaternen vor dem Fenster, die wundersame Bilder in den Raum werfen.
Traumwandler
An jenem Schattenspiele kann ich mich berauschen,
Wie es, ein Unruh fast, im Takt der Nachtmusik
Im Vorhang noch gefangen Freiheit tanzt und flieht
Als würde jenes Netz nur unbeteiligt lauschen.
So wie der Geist, der schon im Laken ruht und hört,
Was draußen windig aneinander reibt und Schall wird,
Was drinnen zwischen halben Träumen still umherirrt;
Nichts hält die Nacht bereit, was diese Szene stört.
Nur jene Mischung hier aus Dunkelheit und Stille,
Aus wankend Lichtspiel auch und raumerfüllend Klang
Vollführt ein traumverloren musenreicher Wille;
Der Schlaf ist nah im Raum, in jenem sachten Drang,
Im Schaum des Stoffes leichter atmend zu verschwinden,
Um bis zum Morgen neue Welten zu erfinden.
Traumwandler
An jenem Schattenspiele kann ich mich berauschen,
Wie es, ein Unruh fast, im Takt der Nachtmusik
Im Vorhang noch gefangen Freiheit tanzt und flieht
Als würde jenes Netz nur unbeteiligt lauschen.
So wie der Geist, der schon im Laken ruht und hört,
Was draußen windig aneinander reibt und Schall wird,
Was drinnen zwischen halben Träumen still umherirrt;
Nichts hält die Nacht bereit, was diese Szene stört.
Nur jene Mischung hier aus Dunkelheit und Stille,
Aus wankend Lichtspiel auch und raumerfüllend Klang
Vollführt ein traumverloren musenreicher Wille;
Der Schlaf ist nah im Raum, in jenem sachten Drang,
Im Schaum des Stoffes leichter atmend zu verschwinden,
Um bis zum Morgen neue Welten zu erfinden.
Sonntag, 12. Mai 2013
Post Asperginem - Nach dem Regen
Ein bisschen über das Wetter hexameternd:
Post Asperginem oder: Nach dem Regen
Dort im Silberwetter, durch Regen getrübt und im Nachhall
Fallender Tropfen vergoldet, erscheint uns die schimmernde Luft als
Äther, da seitlich ins Zwischen von Wolken und Erde das Licht scheint,
Leicht aufhellend das Dunkel;
wie es die Blicke hinausträgt,
Wirkt erst die seltene Schönheit, die jedwedem Schauer zu eigen.
Post Asperginem oder: Nach dem Regen
Dort im Silberwetter, durch Regen getrübt und im Nachhall
Fallender Tropfen vergoldet, erscheint uns die schimmernde Luft als
Äther, da seitlich ins Zwischen von Wolken und Erde das Licht scheint,
Leicht aufhellend das Dunkel;
wie es die Blicke hinausträgt,
Wirkt erst die seltene Schönheit, die jedwedem Schauer zu eigen.
Mittwoch, 17. April 2013
Jetzt nur lockt mich hinaus...
Nach Monaten dunkler Wolkendecken und Schneegestöbers gibt es nun endlich Sonnenschein, der Frühling kündigt sich allen Sinnen an und und es wird warm, bis etwa 20° wirft sich das Quecksilber auf... Höchste Zeit, den über den Winter angehäuften Viren freien Lauf zu lassen!
Jetzt nur lockt mich hinaus
Jetzt nur lockt mich hinaus, höhnendes Botenvolk,
Jetzt, wo endlich das Licht sonnenentfließend scheint,
Jetzt, wo silbern der Morgen
Meine fiebrigen Blicke flieht --
Singt nur, Vögel, vom Duft knospenden Zweigwerks auch,
Blumenbergendem Gras, klingendem Bachgesang
Dort im Garten vorm Fenster.
Unerreichbar ist mir die Welt;
Wär im Fenster kein Spalt, der mir vom Leben säng,
Der den Wind nicht herein ließe, in kühlem Maß
Mir die Stirn zu befeuchten:
Bitter wähnt’ ich mir diesen Traum.
Jetzt nur lockt mich hinaus
Jetzt nur lockt mich hinaus, höhnendes Botenvolk,
Jetzt, wo endlich das Licht sonnenentfließend scheint,
Jetzt, wo silbern der Morgen
Meine fiebrigen Blicke flieht --
Singt nur, Vögel, vom Duft knospenden Zweigwerks auch,
Blumenbergendem Gras, klingendem Bachgesang
Dort im Garten vorm Fenster.
Unerreichbar ist mir die Welt;
Wär im Fenster kein Spalt, der mir vom Leben säng,
Der den Wind nicht herein ließe, in kühlem Maß
Mir die Stirn zu befeuchten:
Bitter wähnt’ ich mir diesen Traum.
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