Ein bisschen über das Wetter hexameternd:
Post Asperginem oder: Nach dem Regen
Dort im Silberwetter, durch Regen getrübt und im Nachhall
Fallender Tropfen vergoldet, erscheint uns die schimmernde Luft als
Äther, da seitlich ins Zwischen von Wolken und Erde das Licht scheint,
Leicht aufhellend das Dunkel;
wie es die Blicke hinausträgt,
Wirkt erst die seltene Schönheit, die jedwedem Schauer zu eigen.
Sonntag, 12. Mai 2013
Mittwoch, 17. April 2013
Jetzt nur lockt mich hinaus...
Nach Monaten dunkler Wolkendecken und Schneegestöbers gibt es nun endlich Sonnenschein, der Frühling kündigt sich allen Sinnen an und und es wird warm, bis etwa 20° wirft sich das Quecksilber auf... Höchste Zeit, den über den Winter angehäuften Viren freien Lauf zu lassen!
Jetzt nur lockt mich hinaus
Jetzt nur lockt mich hinaus, höhnendes Botenvolk,
Jetzt, wo endlich das Licht sonnenentfließend scheint,
Jetzt, wo silbern der Morgen
Meine fiebrigen Blicke flieht --
Singt nur, Vögel, vom Duft knospenden Zweigwerks auch,
Blumenbergendem Gras, klingendem Bachgesang
Dort im Garten vorm Fenster.
Unerreichbar ist mir die Welt;
Wär im Fenster kein Spalt, der mir vom Leben säng,
Der den Wind nicht herein ließe, in kühlem Maß
Mir die Stirn zu befeuchten:
Bitter wähnt’ ich mir diesen Traum.
Jetzt nur lockt mich hinaus
Jetzt nur lockt mich hinaus, höhnendes Botenvolk,
Jetzt, wo endlich das Licht sonnenentfließend scheint,
Jetzt, wo silbern der Morgen
Meine fiebrigen Blicke flieht --
Singt nur, Vögel, vom Duft knospenden Zweigwerks auch,
Blumenbergendem Gras, klingendem Bachgesang
Dort im Garten vorm Fenster.
Unerreichbar ist mir die Welt;
Wär im Fenster kein Spalt, der mir vom Leben säng,
Der den Wind nicht herein ließe, in kühlem Maß
Mir die Stirn zu befeuchten:
Bitter wähnt’ ich mir diesen Traum.
Donnerstag, 14. März 2013
Was im Winter geschieht,...
... geschieht nicht.
Was ist das für ein Winter? Der Dunkelste seit Jahrzehnten, viel zu kalt, etc. -- die Wetterfrösche haben genug Worte darüber verloren, und so ein richtiger, anhaltender Winter ist auch mal ganz angenehm.
Er hat aber auch, zugegeben, diesen Blog etwas eingefroren und mit ihm meine Feder. Jetzt, wo sich langsam der Frühling ankündigt, will sich nun endlich auch mein Büchlein wieder füllen, und das erste vollendete Gedicht seit Langem sei Euch nicht vorenthalten:
Kontrast
An diesem Schleier halten keine Worte;
Er ist Kontrast nur, Weiß gemischt mit Weiß,
In dem sich schwarz der Tod als Nichts verheißt --
Aus diesen Farben werden keine Orte
Und keine Verse mehr, die sie beschreiben.
Im Atem liegt noch Eis, das jeden Duft
Erstarrt zu Boden gleiten lässt, zur Gruft;
Dort muss er ewig, scheint es, ruhen bleiben.
Und fremd ist jeder kurze Sonnenbruch
Im Meer der Wolken, mehr als nur Geruch:
Mit schalem Blick verstehn wir nicht das Leuchten --
Ist es Erinnerung, ein Schattenlicht,
Erlösers sanfte Worte, die er spricht,
Wenn wir Natur und wahre Hoffnung bräuchten?
Was ist das für ein Winter? Der Dunkelste seit Jahrzehnten, viel zu kalt, etc. -- die Wetterfrösche haben genug Worte darüber verloren, und so ein richtiger, anhaltender Winter ist auch mal ganz angenehm.
Er hat aber auch, zugegeben, diesen Blog etwas eingefroren und mit ihm meine Feder. Jetzt, wo sich langsam der Frühling ankündigt, will sich nun endlich auch mein Büchlein wieder füllen, und das erste vollendete Gedicht seit Langem sei Euch nicht vorenthalten:
Kontrast
An diesem Schleier halten keine Worte;
Er ist Kontrast nur, Weiß gemischt mit Weiß,
In dem sich schwarz der Tod als Nichts verheißt --
Aus diesen Farben werden keine Orte
Und keine Verse mehr, die sie beschreiben.
Im Atem liegt noch Eis, das jeden Duft
Erstarrt zu Boden gleiten lässt, zur Gruft;
Dort muss er ewig, scheint es, ruhen bleiben.
Und fremd ist jeder kurze Sonnenbruch
Im Meer der Wolken, mehr als nur Geruch:
Mit schalem Blick verstehn wir nicht das Leuchten --
Ist es Erinnerung, ein Schattenlicht,
Erlösers sanfte Worte, die er spricht,
Wenn wir Natur und wahre Hoffnung bräuchten?
Donnerstag, 13. Dezember 2012
Morgennebel
Der Winter ist schon lange eingebrochen, doch es gibt im Stapel meiner Papiere noch eine kleine Herbstreminiszenz, die etwa den Übergang markiert, kurz vor dem unendlichen Weiß des Schneetreibens und der fühlbaren Kälte. Sie soll noch etwas Wärme in die vorweihnachtlichen Stuben bringen. Hier ist sie, in alkäischer Form:
Morgennebel
Ergießt im Schatten meerrauschend Nebels sich
Die Luft, zerfließt im Atem die Sehnsucht bald
Da schon das Blau zu ahnen, dort, ist,
Wo sich die Schleier der Sonne öffnen?
Noch bergen sie die tageserfahrne Glut
Am nächtigen Grund, der trübe dem Morgen harrt,
Dass in die Kälte, leuchtend, ganz die
Herbstliche Wärme in Strömen fahre.
Morgennebel
Ergießt im Schatten meerrauschend Nebels sich
Die Luft, zerfließt im Atem die Sehnsucht bald
Da schon das Blau zu ahnen, dort, ist,
Wo sich die Schleier der Sonne öffnen?
Noch bergen sie die tageserfahrne Glut
Am nächtigen Grund, der trübe dem Morgen harrt,
Dass in die Kälte, leuchtend, ganz die
Herbstliche Wärme in Strömen fahre.
Samstag, 27. Oktober 2012
Winterton
Pünktlich zum ersten Schneefall des Spätjahres 2012, hier ein leichter Winterton in Blankversen (inspiriert von Sloterdijks Zeilen und Tage):
Winterton
Wo ist der Wintermensch in diesem Meer
Aus Licht, das gelblich Freude über uns
Ergießt und alles kräftig in die Blicke
Hineinlegt, wirft, und Fülle strebend treibt?
Nicht herrscht die Sehnsucht nach der Farbe mehr,
Die im Entsättigten des schneegen Schleiers
Aus Sommerhoffnung Winterleiden macht --
Ein leerer, idealer Raum für Träume.
Winterton
Wo ist der Wintermensch in diesem Meer
Aus Licht, das gelblich Freude über uns
Ergießt und alles kräftig in die Blicke
Hineinlegt, wirft, und Fülle strebend treibt?
Nicht herrscht die Sehnsucht nach der Farbe mehr,
Die im Entsättigten des schneegen Schleiers
Aus Sommerhoffnung Winterleiden macht --
Ein leerer, idealer Raum für Träume.
Dienstag, 2. Oktober 2012
Herbstton
Zum Herbstanfang eine kleine Darstellung momentaner Schaffensprozesse:
Herbstton
Der dunkle Herbstton sinkt in meine Lieder;
Kein Odenmaß, kein Distichon erklingt
Und kein elegisch Ton, der Jugend singt,
Vergehende Blüte, springt zu dir hernieder.
Doch ist es Trauer nicht, die schwerer Glanz
Aus satten Farben himmelheischend zieht;
Kein Leben, das der Kälte einwärts flieht
Sieht so gekrönt sich mit erhabenem Kranz.
Noch eh vom Horizont die Schleier fallen,
Um aus den Weihern, Gassen, Wiesen bald
Zu steigen, eh die Abendschatten wallen
Um jedes Heim, um jeden vollen Wald:
Trinkst du mit tiefem Atem noch die Luft
Die zwischen Erd und Himmel schwebt als Duft.
Sonntag, 16. September 2012
Ruhe
Als letzter Teil dieser kleinen September-Trilogie folgt eine weitere sonntägliche Spinoza-Reminiszenz, nach einem sommerlichen Sturm entstanden.
Ruhe
Ruh Dich aus vom regen Sturme,
Streck Dich in das feuchte Licht;
Sieh, schon glänzt am kleinen Wurme
Was sich groß dem Blick verspricht.
Doch noch künden Wolkentürme
Dunkel Wetterumschwung an,
Bis das Blau vorüberstürme
Zieht’s in Langsamkeit heran.
Bilder!, seht, die Helle droben
Zeichnet fein sich ins Gesicht;
Grad am Rande, wo verschoben
Scharf das Maß ins Freie sticht.
Fülle schenkt’s dem Auge dann,
Tief ins Weite senkt sich’s nieder;
Was der Schöpfung Lieb’ ersann:
Froh erhebt’s Gefühltes wieder.
Ruhe
Ruh Dich aus vom regen Sturme,
Streck Dich in das feuchte Licht;
Sieh, schon glänzt am kleinen Wurme
Was sich groß dem Blick verspricht.
Doch noch künden Wolkentürme
Dunkel Wetterumschwung an,
Bis das Blau vorüberstürme
Zieht’s in Langsamkeit heran.
Bilder!, seht, die Helle droben
Zeichnet fein sich ins Gesicht;
Grad am Rande, wo verschoben
Scharf das Maß ins Freie sticht.
Fülle schenkt’s dem Auge dann,
Tief ins Weite senkt sich’s nieder;
Was der Schöpfung Lieb’ ersann:
Froh erhebt’s Gefühltes wieder.
Mittwoch, 12. September 2012
Unruhe
Nach Into the Wild:
Unruhe
Ganz ohne Klang ist mir, als hört’ ich mehr,
Als öffnete ohn’ Umweg sich mein Geist
Und lauscht’ den schwingend Tönen, die gespeist
Von einem windend Strome um mich her
In ein’ger Weis, in Eintracht bald zerfließen;
Nur hier und da sticht leise ein Geräusch,
Das frei von meinem Tun, Natur ist, keusch,
Dazwischen, wo im Keime Bilder sprießen.
In diese Wildnis will ich also wandern,
Will ferne fremder Worte Sprache sehn,
Die keine Zunge je berührte; andern
Vergessnen Stimmen folgen und vergehn:
Wo nur Empfinden bleibt und weiter nichts,
Bin ich im Auf- und Untergang des Lichts.
Unruhe
Ganz ohne Klang ist mir, als hört’ ich mehr,
Als öffnete ohn’ Umweg sich mein Geist
Und lauscht’ den schwingend Tönen, die gespeist
Von einem windend Strome um mich her
In ein’ger Weis, in Eintracht bald zerfließen;
Nur hier und da sticht leise ein Geräusch,
Das frei von meinem Tun, Natur ist, keusch,
Dazwischen, wo im Keime Bilder sprießen.
In diese Wildnis will ich also wandern,
Will ferne fremder Worte Sprache sehn,
Die keine Zunge je berührte; andern
Vergessnen Stimmen folgen und vergehn:
Wo nur Empfinden bleibt und weiter nichts,
Bin ich im Auf- und Untergang des Lichts.
Dienstag, 11. September 2012
Sonntag
Eine kleine Sonntagsmeditation auf Spinoza:
Sonntag
Ich brauche nicht den Klang von Turmgeschossen
Zu wissen, dieser Tag allein ist gut.
Vielleicht auch heilig, lebt er von dem Blut,
Das aus dem ewgen Anschaun still geflossen.
Wer einmal so sein Tun der Ruhe opfert,
Sich für die Welt und nur der Welt hingibt --
Erfährt, wie sehr das Kreuz sein Innres ändert,
Bis er bald Gott in allem sieht -- und liebt.
Sonntag
Ich brauche nicht den Klang von Turmgeschossen
Zu wissen, dieser Tag allein ist gut.
Vielleicht auch heilig, lebt er von dem Blut,
Das aus dem ewgen Anschaun still geflossen.
Wer einmal so sein Tun der Ruhe opfert,
Sich für die Welt und nur der Welt hingibt --
Erfährt, wie sehr das Kreuz sein Innres ändert,
Bis er bald Gott in allem sieht -- und liebt.
Dienstag, 15. Mai 2012
An der Küste der Eintracht
Wenn, an einem unscheinbaren Abend, der jäh an einem küstigen Felsen endete, der Kapitän des großen Kreuzfahrtschiffes, im Chaos des Schlages sich bar seines ihm von der See übertragenen Amtes erblickend, doch seiner Tätigkeit nachginge hin zu den Notbooten, vorbei an seinen Offizieren, die wild den Passagieren ihre maritimgesellschaftliche Selektion gestikulieren, Waffen wedelnd, und er, unversehens, von einem plötzlichen Ruck beim Abfieren eines dieser Lebenskähne in den Rumpf desselben zwischen seine Gäste geworfen sich fände, grausam seines überführenden Ruders beraubt --
Würde er, den Kommandanten der Küstenwache noch nachdrücklich im Ohr, sich in die fasttitanischen Fluten stürzen, zwischen den hilferingenden Schreien hindurch zurück schwimmen, das Steuer den ängstlichen Klauen der Nacht zu entreißen, als Rückgrat zu nutzen das schief liegende Schiff, dem all seine Freude entfließt, dem feuchten Skelette? Würde er sich der ihm naturgegebenen Freude verwehren, um ernstlich das eigene Bild im näher rückenden Spiegel zu suchen?
Und wenn nun ein Sturm käme, das Bild hinfort trüge mit all seinen geschrieenen Worten, neue erscheinen ließe vom untergehenden Marktplatz nicht nur in der Mitte des Dampfers, von Lügnern und Kriegern, freiheitsliebenden Räubergendarmen --
Es wäre ein flüchtiger Traum, ein unter Tausenden aufstrebender Klick, der sofort in den Wörterfluten der Zeichen ertrinkt wie die Armen im Wasser, dort, fern der Küste der Eintracht; wenn nur die bildreichen Flashbacks noch warten.
Würde er, den Kommandanten der Küstenwache noch nachdrücklich im Ohr, sich in die fasttitanischen Fluten stürzen, zwischen den hilferingenden Schreien hindurch zurück schwimmen, das Steuer den ängstlichen Klauen der Nacht zu entreißen, als Rückgrat zu nutzen das schief liegende Schiff, dem all seine Freude entfließt, dem feuchten Skelette? Würde er sich der ihm naturgegebenen Freude verwehren, um ernstlich das eigene Bild im näher rückenden Spiegel zu suchen?
Und wenn nun ein Sturm käme, das Bild hinfort trüge mit all seinen geschrieenen Worten, neue erscheinen ließe vom untergehenden Marktplatz nicht nur in der Mitte des Dampfers, von Lügnern und Kriegern, freiheitsliebenden Räubergendarmen --
Es wäre ein flüchtiger Traum, ein unter Tausenden aufstrebender Klick, der sofort in den Wörterfluten der Zeichen ertrinkt wie die Armen im Wasser, dort, fern der Küste der Eintracht; wenn nur die bildreichen Flashbacks noch warten.
Abonnieren
Posts (Atom)